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Die Kirche
Ein Rundgang
Waasenfriedhof
Daten zur Geschichte
Die Orgel

Ein Führer durch Geschichte und Kunst

mit Beiträgen von:
Günther Jontes
Wilhelm Terler

Waasen

Die Waasenkirche

von Dr. Günther Jontes


Die Pfarrkirche Maria am Waasen ist das historische Zentrum der Vorstadt, die administrativ schon im Mittelalter zu Leoben gehörte, jedoch nicht befestigt war. Nach einer unbestätigten Überlieferung wurde hier um 1149 durch Konrad von Kleinck eine Kapelle gegründet. 1160 wird mit Marquardus de Sancta Maria Liuben erstmals ein Priester genannt und die Kirche zweifelsfrei beurkundet. Ein jahrzehntelanger Rechtsstreit um die Waasenkirche entbrannte 1185 zwischen den Stiften Admont und Göß. Der Sohn des Kapellenstifters stand auf seiten von Admont und erklärte, daß sein Vater Maria am Waasen im Stand der Unzurechnungsfähigkeit dem Stift Göß überantwortet habe, weshalb dieser Rechtsakt ungültig sei. Erst 1210 fällt die Entscheidung für Göß. Waasen wird von einer admontischen Urpfarre St. Michael bei Leoben unabhängig und fällt als inkorporierte Pfarre an das Nonnenstift. Sie hat damit den selben Status wie die gössischen Pfarren St. Andreas zu Göß, Tragöß, St. Dionysen bei Bruck und St. Veit am Veitsberg.

Um 1370 beginnt der Bau des Leobener Bürgerspitals in der Nähe der Kirche, das von den Bürgern Heinrich und Dietrich Pierer gestiftet worden war. 1413 wird die Leonhard-Bruderschaft der Schmiede und Hammermeister an der Waasenkirche erstmals genannt. Man erkennt daraus die wachsende Bedeutung des Eisenwesens für die Stadt, an deren Wasserläufen und in Göß zahlreiche Hammerwerke an der Finalproduktion von Eisenwaren beteiligt sind.

1480 wird die Obersteiermark von einem verheerenden Türkeneinfall getroffen, dessen kathastrophale Folgen noch durch die Pest und Heuschrecken gesteigert werden. Während die ummauerte Stadt einer Vernichtung entgeht, wird die ungeschützte Vorstadt getroffen, die Pfarrkirche wahrscheinlich beschädigt, wenngleich etwa Glasscheiben vom Anfang des 15. Jahrhunderts wie durch ein Wunder verschont bleiben.

Die Reformation erfaßt auch den Waasenpfarrbereich. Ab 1600 erfolgt aber die Rekatholisierung der Bürgerschaft durch Zwangsmaßnahmen von seiten des Landesfürsten. Im 17. Jahrhundert läßt das Stift die Pfarre meist durch Vikare von Göß aus verwalten, die häufig aus dem Dominikanerorden kommen. 1650 und 1667 wird die Kirche durch Brand beschädigt. Die letzte Leobener Pestepidemie verschont 1716 die Waasenvorstadt, worauf die Pfarrgemeinde ein großes Votivbild stiftet, das noch heute im Kirchenschiff zu sehen ist.

Im Jahre 1762 hat die Pfarre 605 Bewohner, dazu kommen noch 23 Ordensleute aus dem nahen 1688 gegründeten Kapuzinerkloster und zwei Einsiedler.1782 erlischt mit der Aufhebung des Stiftes die Inkorporierung unter dasselbe. Vier Jahre später kommen durch die josefinische Pfarrregulierung Leitendorf, Hinterberg und Donawitz von der Stadtpfarre St. Jakob zu Waasen.

Vielfältige neue Aufgaben ergeben sich auch in seelsorgerischer Hinsicht durch das rasante Anwachsen der Arbeiterschaft der Donawitzer Eisen- und Stahlindustrie im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Erst 1946 ist aber von Waasen aus eine eigene Pfarre in Donawitz gegründet worden, deren Kirche 1949 - 1954 errichtet wurde. 1968 geschieht dies auch in Hinterberg.


Die Pfarrkirche Maria am Waasen erfuhr als Bauwerk zahlreiche Veränderungen. Chor und Langhaus sind im wesentlichen gotisch. Ersterer wuchs um 1400 in die Höhe. Letzteres wurde 1483 errichtet, wobei neben der Beseitigung der Türkenschäden wohl auch zeitstilistische Strömungen und die Absicht einer Vergrößerung des Kirchenraumes als Ursachen der Bautätigkeit vorauszusetzen sind. Jedenfalls nennt eine Inschrift im Gewölbe dieses Jahr.

Die wohlproportionierte, ganz in Haustein gearbeitete Orgelempore trägt auf einem Schlußstein die Datierung 1487. Der zweijochige Chor überragt das Schiff beträchtlich. Das spätgotische Netzrippengewölbe des Langhauses mit einem eher unsachgemäß ausgebrochenen quadratischen Heiliggeistloch weist stark angegriffene Malereien von Ranken und Blüten sowie Engeln aus der Spätgotik auf.

Die Tauf- und Werktagskapelle nördlich des Chors läßt sich architektonisch nicht genau bestimmen, könnte Rest eines mittelalterlichen Vorgängerbaues der heutigen gotischen Kirche sein. Die jüngst untersuchten Freskenreste weisen bereits ins 16. Jahrhundert. Die Sakristei südlich des Chors und ihre Nebenräume sind aber gleichzeitig mit dem Chor um 1400 entstanden. Das Äußere der Kirche wird wesentlich von der Regotisierung durch den Grazer Architekten Hans Pascher von 1900 - 1901 bestimmt. Damals wurde ein spätbarocker Fassadenreiter abgetragen, die Westfassade selbst gotisch dekoriert und eine Vorhalle im selben Stil angebaut.
Die bei den Bauarbeiten entdeckten gotischen Passionsfresken einer Murtaler Schule um 1450 wurden dem Museum übergeben, das sie heute restauriert präsentiert.

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Ein Rundgang durch das Kircheninnere



Die größten Kostbarkeiten der Waasenkirche sind die Glasgemälde aus der Zeit um 1410 - 1420. Sie stellen den Rest einer einst größeren Ausstattung der Chorfenster dar, wobei die Anordnung der Scheiben in der jetzigen Form ein Ergebnis der Überlegung anläßlich der letzten Restaurierung 1971 ist.

Linkes Chorfenster
Zwei Stifter zeigen sich in der untersten Zeile, die sich aufgrund von Inschrift und Wappen als Margret Wolfsauerin und Pernger Timmersdorfer identifizieren lassen. Ebenso erscheint hier ein Gnadenstuhl. In der Zeile darüber flankieren die Stifter Anna und Jörg Timmersdorfer den Hl. Georg im Drachenkampf. Die Frauen tragen die modische Kleidung dieser Zeit, die Männer erscheinen in der standesgemäßen Ritterrüstung und sind durch die Insignien eines goldenen Zopfes als Mitglieder der 1377 als Ritterorden gegründeten Zopfgesellschaft charakterisiert. Die folgenden sechs Zeilen zu je drei Scheiben zeigen bis auf Matthäus und Matthias alle Apostel sowie Christus und Johannes den Täufer, dazu die Heiligen Nikolaus und Leonhard, Katharina und Margaretha, Christophorus, Mauritius und Achatius. Eine Marienkrönung und die Flucht nach Ägypten sind als Reste des verschollenen Marienzyklus aus dem Mittelfenster des Chors zu identifizieren. Die oberste Zeile dieses Fensters bilden historistische Ergänzungen im Charakter des Hauptteiles. Diese Scheiben mit Geburt Christi, Darbringung im Tempel und Anbetung der Hl. Drei Könige wurden erst 1886 vom Wiener Rudolf Geyling geschaffen.

Rechtes Chorfenster
Das Wappen des Gewerken Paul Chren (urkundlich zwischen 1400 und 1420 faßbar, 1411 Pächter der Gasteiner Goldbergwerke) weist diesen als Stifter des Südfensters aus. Die beiden dargestellten alttestamentarischen Propheten Daniel und Habakuk der untersten Zeile waren auch Bergbauheilige. Daniel trägt als Attribut ein spitzes Bergeisen in Händen. Die weiteren Scheiben dieses Fensters sind in ihrer Thematik auf Christus ausgerichtet und erfassen vor allem die Leidensgeschichte des Herrn. Dieses Fenster zeigt auch Architekturscheiben. Künstlerische Einflüsse scheinen aus Wien und ihrer am Ende des 14. Jahrhunderts dort wirkenden Glasmalereiwerkstätte gekommen zu sein.

Die Glasgemälde der
südlichen Fenster von Chor und Langhaus
wurden erst im 19. Jahrhundert vom Wiener Rudolf Geyling angefertigt, wobei das Peter-Tunner-Fenster von 1885 Anspruch auf besonderes montanhistorisches Interesse erheben kann. Der bekannte Montanist und Bergakademiedirektor Peter von Tunner ist, begleitet von seinen Schutzpatronen und seinem Wappen, im Bergkittel und im Schmucke seiner zahlreichen Orden, porträtgetreu dargestellt.

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Der Hochaltar ist in seiner heutigen Konzeption ein Werk des 19. Jahrhunderts. Der Leobener Maurermeister Jakob Aigner stiftete ihn, der Maler Johann Max Tendler entwarf ihn, die Tischlerarbeiten wurden von dem Knittelfelder Tischlermeister Jakob Maier 1845 ausgeführt. In der Gesamtschau ist der genau in die architektonischen Elemente des Chors eingepaßte Altar ein Werk der Neogotik. Tendler hat jedoch aus dem barocken Vorgänger eine Marienkrönung als plastische Aufsatzgruppe der obersten Zone eingefügt und zentral das Marienbild plaziert, das 1687 vom Bierbrauer Alexander Pann für eine Kapelle auf dem Häuselberg gestiftet, 1787 in die Waasenkirche übertragen worden war. Diese Kopie des bekannten Innsbrucker Mariahilfbildes ist auf Holz gemalt und war als wundertätiges Gnadenbild eine zeitlang auch Ziel volksfrommer Wallfahrten.
Erst 1872 wurden die beiden Heiligenfiguren Katharina und Barbara vom Bildhauer Josef Veiter für den Altar geschaffen.

Die beiden Seitenaltäre sind in Aufbau und Detail reine Produkte der noch romantisch beeinflußten Neogotik des 19. Jahrhunderts. Beide stammen ebenfalls von dem schon erwähnten, aus Kindberg gebürtigen und von 1869 bis 1878 in Leoben ansässigen Bildhauer Josef Veiter. Die Bestellung erfolgte 1868, die Aufstellung 1872, beide sind im Charakter gotischer Flügelaltäre gehalten. Plastische Schreingruppen und Reliefs an den Innenseiten der schwenkbaren Altarflügel, Malereien an den Rückseiten zur Werktagsstellung der Flügel und ein aufwendiges Gesprenge beweisen sichere Beherrschung von Material, Proportion und Ornament. Die Naturtöne des ungefaßten Holzes ergeben mit der Vergoldung schöne Effekte.

Der linke, nördliche Altar ist dem Heiligen Schutzengel geweiht und zeigt in der plastischen Schreingruppe und auf den Flügelreliefs Begegnungen von Engeln mit Menschen. Die Außenseiten der Flügel sind mit den vier lateinischen Kirchenvätern bemalt.
Der rechte, südliche Altar ist dem Heiligen Petrus gewidmet, dessen Martyrium im Schrein erscheint, während Szenen aus seiner Vita als Reliefs die Flügel zieren, deren Rückseiten wiederum mit Heiligen bemalt sind.

Die barocke Kanzel fügt sich in ihren Proportionen dem eher gedrückten Chorbogen sehr schön ein, wurde aber keinesfalls für die Waasenkirche geschaffen. Sie stammt aus der ehemaligen, neben der Gösser Stiftskirche existierenden Pfarrkirche St. Andreas, von der heute nur mehr der Turm steht. Nach der Stiftsaufhebung 1782 und der Verlegung der Pfarre in das Münster hatte diese Kirche ihre Funktion verloren. Sie wurde 1797 bis auf den Uhr- und Glockenturm abgebrochen, ihre Einrichtungsgegenstände in alle Winde zerstreut oder zerstört. Die Kanzel transferierte man in die Waasenkirche. Drei Leobener Künstler und Handwerker haben sie für Göß geschaffen. Die Tischlerarbeiten für Kanzelkorb und Schalldeckel führte Johann Michael Lieb aus, Johann Christoph Marxer faßte die Skulpturen des bedeutendsten Leobener Barockbildhauers Matthäus Krennauer. Das Werk entstand 1730 - 1731. Am Kanzelleib sitzen lebendig und bewegt, die vier Evangelisten, neben Engeln ist an der Spitze des Schalldeckels als Christussymbol der Pelikan zu sehen, der opferfreudig seine Brust öffnet, um mit seinem Blut seine hungernden Jungen zu speisen.

Auf Wandkonsolen des Schiffes und der Orgelempore befinden sich eine Reihe von barocken Heiligenfiguren, von denen die Pestpatrone Sebastian und Rochus dem 3. Viertel des 17. Jahrhunderts, der Feuerpatron Florian der 1. Hälfte des 18. Jahrhunderts, die beiden Apostel Jakobus und Judas Thaddäus der Zeit um 1750, Joachim und Anna, die Eltern Mariä sowie ein Heiliger Johann Nepomuk der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstammen. Eine liebliche Madonna auf der Mondsichel aus der Zeit um 1700 befindet sich in der Vorhalle.

Unter den Gemälden ist das Pestvotivbild von 1716 das historisch bedeutsamste. Dieses große Ölbild an der Nordwand des Schiffes zeigt in naiv volkstümlicher Art die Gebäude an den beiden Brückenköpfen der Waasenbrücke: links das Bürgerspital, dahinter die Waasenkirche mit ihrem alten Dachreiter, im Zentrum die Handwerkshäuser am Beginn der Vordernberger Straße und rechts der alten Holzbrücke den Mauttorturm in seiner alten Gestalt, Vortor, dahinter Jesuitenkolleg und das Dach der Jesuitenkirche. Die zur Madonna betende Bürgerschaft der Vorstadt bewirkt, daß der Pesttod aus der Stadt nicht nach Waasen gelangt. 1716 war die letzte Leobener Pestepidemie.
Zwei barocke Kopien berühmter auswärtiger Gnadenbilder erwecken ebenfalls Interesse, und zwar die Heilige Maria im Ährenkleid der Budweiser Dominikanerkirche in der Taufkapelle und das marianische Gnadenbild von Königssaal/Zbraslav, beide in Böhmen, letzteres gestiftet vom früheren Patronatsherrn Franz Mayr-Melnhof.


1992 wurde die neue Orgel durch die Orgel-Baufirma Pflüger aus Feldkirch/Giesingen in Vorarlberg erbaut, die mit ihrem schön gestalteten und kunstvoll verziertem Gehäuse und 1859 Pfeifen die wertvollste moderne Orgel von Leoben darstellt, die auch allen musikalischen Ansprüchen der klassischen und neuen Orgelliteratur gerecht wird.

Ehemaliger Waasenfriedhof

Zu den Pfarrrechten gehörte auch das Begräbnisrecht, was seit dem Mittelalter die Anlage von Friedhöfen um die jeweilige Pfarrkirche zur Folge hatte. Der Friedhof für die Vorstadt Waasen wurde erst mit der Gründung des Zentralfriedhofes 1887 aufgelassen. An der teilweise erhaltenen Kirchhofsmauer, an den Außenmauern der Kirche aber auch im Inneren haben sich eine Reihe von Grabsteinen vom Spätmittelalter bis zum Historismus erhalten. Der älteste ist der mit einer Inschrift für Pfarrer Kaspar Dürrmayr von 1507 an der Nordseite der Kirche. Einen originellen gereimten Grabspruch für den 1795 gestorbenen Lederermeister Kaspar Purgleitner mit Handwerkssymbolik finden wir an der westlichen Friedhofsmauer.

Das auffallendste Grabmahl ist das stark erneuerte und restaurierte für den Montanisten Peter Tunner sen. (1786 - 1844), in dessen klassizistischem Leichenstein ein Stollenmund und ein bergmännisches Geleucht an die berufliche Bestimmung des Toten erinnern. Bei Bauarbeiten wurde festgestellt, daß die Gruft dieser Anlage die Gebeine eines alten Karners enthält.

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Von historischem Interesse ist auch die Kunsteisengußplatte für den Postmeister Josef Plochl (gest. 1847), den Schwager Erzherzog Johanns. An der südlichen Friedhofsmauer haben sich noch eine Reihe von hölzernen bemalten Nischengrabtafeln erhalten, von denen die meisten um die Mitte des 19. Jahrhunderts angebracht wurden. Die Malereien mit Bezügen zur religiösen Todessymbolik sind teilweise schon sehr schlecht erhalten.

Bemerkenswert ist der barocke Marienbildstock mit einem gleichzeitigen Schmiedeeisengitter um 1680, der eine sehr qualitätsvolle Madonnenplastik dieser Epoche enthällt.

Der Ostteil des Friedhofes wurde 1976 - 1978 mit dem neuen Pfarrhof bebaut. Dieser, ein ansprechend gegliederter Zweckbau, entstand 1976 - 1978 nach Entwürfen der Architekten Dipl. Ing. Diether und Herrad Spielhofer, und Josef Hinger.

Der alte Pfarrhof nordwestlich der Kirche entstand 1903 unter Einbeziehung des Vorgängerbaues. Mit der Vollendung des neuen Gebäudes wurde es als kirchliches Jugendzentrum "Treff 265" gewidmet, nunmehr "Spektrum".

Auf der Rasenfläche zur Straßenkreuzung Kärntner Straße erhebt sich eine moderne Steinskulptur Hl. Christophorus von Hans Muhr.

Daten zur Geschichte der Kirche und Pfarre
Mariä am Waasen zu Leoben

Zusammengestellt aus Literatur und Quellen
von Dr. Günther JONTES

12. Jahrhundert

um 1149
Nach einer unbestätigten Überlieferung Gründung einer Kapelle in der Vorstadt am Waasen durch Konrad von Gleinck.
1160
Erste Nennung eines Priesters an der Kirche: Marquardus de sancta Maria Liuben. Maria am Waasen ist somit 28 Jahre vor der Pfarrkirche St. Jakob urkundlich erwähnt.
1185
Rechtsstreit um die Kirche zwischen den Stiften Admont und Göß. Konrad von Peilstein, Sohn des tatsächlichen Stifters gleichen Namens, stellt sich auf Seiten der Admonter und erklärt, daß sein Vater Maria am Waasen im Schwachsinn an Göß überantwortet habe. Dieser Rechtsakt sei deshalb ungültig. Beginn eines jahrzehntelangen Streites.

13. Jahrhundert

1210
Entscheidung gegen Admont im Streit. Waasen wird von der Admont gehörigen Urpfarre St. Michael bei Leoben unabhängig und fällt endgültig an das Nonnenstift Göß, das von nun als Ersatz für entgangenes Einkommen jährlich vier Mark an St. Michael zahlen muß. Damit ist die Waasenkirche wie die Kirchen von Göß/St. Andreas, Tragöß, St. Dionysen bei Bruck und St. Veit am Veitsberg gössisches Gotteshaus.
1222
Waasen wahrscheinlich schon richtige Pfarre, allerdings nur im Umfang der ehemaligen Eigenkirche mit Beschränkung auf das Siedlungsgebiet der Vorstadt. Seelsorger in diesem Jahr ist Dietricus.
1230
Papst Gregor IX. bestätigt dem Stift Göß den Rechtstitel auf die "ecclesia sanctae Mariae iuxta Leuben" ("Kirche der heiligen Maria bei Leoben"). Göß hat künftighin das Recht, den Pfarrer bei einer Neubesetzung vorzuschlagen. Bestätigt wird dieser vom Salzburger Erzbischof.
1298
Mit "Dypoldus Capellanus" erstmals ein Kaplan genannt.

14. Jahrhundert

um 1370
Baubeginn des Leobener Bürgerspitals am waasenseitigen Brückenkopf der Mur als Stiftung der Leobener Bürger Heinrich und Dietrich Pierer, das in enger Verbindung zur Waasenkirche steht. Pfarrer zu dieser Zeit ist der 1368 erstmals genannte Hans Kheiner von Costnitz
1371
Weihe der Bürgerspitalskirche durch Bischof Blasius Milensis.

15. Jahrhundert

1415
Nennung der "Herrenbruderschaft", deren Aufgabe wahrscheinlich in der Miterhaltung des Bürgerspitals besteht
1433
Stiftung eines Seelengottesdienstes in der Kirche zu Waasen mit Haus, Hof und Garten von Seiten der Witwe Margareta des Ringschemerl. Es ist dies eines der vielen Beispiele für die gerade in diesem Jahrhundert üblichen großzügigen frommen Widmungen.
1480
Jahr der Landplagen: Türkeneinfall, Pest und Heuschrecken. Die Kirche wahrscheinlich beschädigt.

16. Jahrhundert

1507
Pfarrer Caspar Durrmayr, dessen Grabstein als ältester in Waasen erhalten geblieben ist, stirbt.
1513
Regierungserlaß gegen die Sekte der Wiedertäufer verkündet.
ab ca. 1520
Verstärkter Einfluß des Protestantismus auch in Waasen, Kaplan Wolfgang Hörbst wird 1530 als "beweibt" bezeichnet.
1530
Strafprozeß gegen Pfarrer Haselprunner wegen angeblichen Todschlages an einem Halterbuben als Dokument der antikatholischen Strömungen. Freispruch des Pfarrers.
um 1540
Dem Pfarrer Florian wird der Ausschank von Wein wegen Schädigung der umliegenden Wirtshäuser verboten.
1580
Niedergang des katholischen Glaubens in Waasen zeigt sich in einer Petition der Pfarrinsassen an die Äbtissin in Göß gegen den damaligen Pfarrer Georg Hauser, dem "grobes, tolles, unsinniges, wütendes Leben mit Gotteslästerung", "schändliche Ausrichtung der Leute" und Schuldenmacherei vorgeworfen wird. Er wird außerdem als verheiratet genannt.
1581
Bürgermeister und Stadtrichter sowie zwei Drittel der Einwohnerschaft sind protestantisch. Der evangelische Prädikant Hans Hammer, ein geborener Leobener, wohnt in der Waasen - Vorstadt.
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17. Jahrhundert

1600
Rekatholisierung der Leobener Bürgerschaft durch Zwangsmaßnahmen des Landesfürsten.
1614
Das Stift Göß zieht den Grundbesitz der Kirche Maria am Waasen ein, ernennt bis 1668 keine Pfarrer mehr und läßt die Kirche durch Vikare meist von Göß aus verwalten.
1619
Beginn des ersten Taufbuches. Vikar ist Wilhelm Klingenberger.
1650
Brand der Kirche. Die Glocken zerschmelzen im Turm.
1667
Große Feuersbrunst in der Vorstadt Waasen. Der Pfarrhof wird vernichtet, die Kirche beschädigt.
1687
Stiftung und Erbauung der Häuselberg-Kapelle durch den Leobener Bierbrauer Alexander Pann.
1688
Stiftung des Kapuzinerklosters (an der Stelle des heutigen Landeskrankenhauses) durch Maria v. Thessalon. Bis zur Aufhebung des Klosters 1809 leisten die Mönche Mithilfe bei der Seelsorge.
1689
Matriken-Eintragungen: 13 Geburten, 36 Sterbefälle, 6 Trauungen. Ab diesem Jahr sind Tauf-, Sterbe- und Trauungsbücher komplett.

18. Jahrhundert

1716
Die letzte Leobener Pestepidemie verschont die Waasenvorstadt. Die dankbare Pfarrgemeinde stiftet ein großes Votivbild, das noch heute erhalten ist.
1750
Matriken-Eintragungen: 17 Geburten, 12 Sterbefälle, 3 Trauungen.
1762
Die Pfarre hat 605 Bewohner, davon 202 männlichen und 272 weiblichen Geschlechts, die beichtpflichtig sind, außerdem an geistlichen Personen einen Pfarrer, einen Kaplan, 23 Kapuziner und 2 Einsiedler.
1786
Veränderung des Pfarrumfanges: Leitendorf, Hinterberg, Donawitz und Thal kommen von der Stadtpfarre St. Jakob an Waasen, "um allen Familien nach der höchsten Willensmeinung des Monarchen Josef II. bequemlicher zu machen, dem sonn- und feiertäglichen Gottesdienst beizuwohnen und die Hl. Sakramente schleuniger empfangen zu können".
1787
Übertragung des marianischen Gnadenbildes von der durch Regierungsbeschluß abgeschaften Häuselberg-Kapelle in die Waasenkirche, die damit Wallfahrtskirche wird.
1794
Die Bürgerspitalskirche wird aufgelassen und zu einem Feuerlöschrequisitendepot umgewandelt.
1797-1810
Leobener Franzosenzeit. Durch den ständigen Durchmarsch eigener, verbündeter und feindlicher Truppen sowie durch die rigorosen französischen Beschlagnahmungen und Kontributionen erleiden die Vorstadt Waasen und die Pfarre schweren materiellen Schaden.

19. Jahrhundert

Unterirdische Karner unter der Sakristei (Zustand 1976)
1826
Kajetan Kornet stiftet aus Dankbarkeit seine Kriegsmedaillen dem Gnadenbild.
1827-1845
Pfarrer ist Wolfgang Obhof. Unter ihm Unstimmigkeiten mit der Leobener Gemeindeverwaltung, weil durch die neue Führung der Trasse der Kärntner Straße Pfarrgründe geschmälert werden
1850
Matriken-Eintragungen: 42 Geburten, 43 Sterbefälle, 22 Trauungen.
1853
Kaplan Karl Hoffmann stirbt auf einer Heiligland-Pilgerfahrt in Beirut.
1871
Fürtsbischof Johann Baptist Zwerger von Seckau erteilt in Waasen 700 Jugendlichen die Hl. Firmung.
1875
Matriken-Eintragungen: 211 Geburten, 141 Sterbefälle, 54 Trauungen.
1880
Volksmission im Jubeljahr. Die Seelenzahl beträgt 5784. Dies ist auf das rasante Anwachsen der Eisen- und Stahlindustrie in dem zu Waasen gehörenden Donawitz zurückzuführen.
1885
Einweihung der Volkschule Donawitz.
1886
Auflösung des Waasen-Friedhofes wegen des neuen Zentralfriedhofes und des Friedhofes in Donawitz.
1890-1902
Pfarrer Anton Neißl, zuvor Pfarrer von Oberzeiring.
1893
Gründung des Katholischen Volks- und Arbeiterbildungsvereines Donawitz.

20. Jahrhundert

1900
Matriken-Eintragungen: 493 Geburten, 386 Sterbefälle, 133 Trauungen. Die Pfarre Waasen umfaßt 11700 Einwohner, davon 11500 Katholiken.
1902
Fürstbischof Dr. Leopold Schuster von Seckau visitiert die Pfarre und firmt 1056 Jugendliche
1903-1917
Pfarrer ist Karl Schweitzer, zuvor Kaplan in Waasen
1903
Neubau des Pfarrhofes unter dem Patronatsherrn Baron Franz v. Mayr-Melnhof.
1904
Volksmission durch die Redemptoristen.
1907
Rückerwerbung des Mesnerhäuschens von der Stadtgemeinde.
1906
Zwecks Errichtung einer neuen Pfarre wird in Donawitz Grund für den zukünftigen Kirchenbau angekauft und ein Bauverein gegründet.
1910
Die Pfarre Waasen betreut 14348 Katholiken.
1914-1918
Im Ersten Weltkrieg sind 116 Pfarrangehörige gefallen.
1917-1930
Pfarrer Dr. Anton Thir (danach Pfarrer von Bruck a. d. Mur). In seiner Amtszeit gab es folgende Kapläne: Friedrich Scheikl, Anton Guttmann, Dr. Franz Jäger, Viktor Lipusch, Karl Greistorfer, Rochus Kohlbach, Gottfried Frieß, Franz Schaller, Karl Neuhold, Josef Pfandl, Johann Rosenberger.
1918
Weihe der neuen Kapelle im Stephaniespital (heutiges Landeskrankenhaus).
1921
Volksmission der Grazer Dominikaner mit 2734 Kommunikanten. Visitation durch Fürstbischof Dr. Leopold Schuster. Gleichzeitig Firmung von 1058 Jugendlichen.
1922
Katholikentag in Leoben.
1925
Matriken-Eintragungen: 320 Geburten, 392 Sterbefälle, 116 Trauungen.
1929
Donawitz wird zur Stadt erhoben, die Pfarre Waasen erstreckt sich deshalb kurioserweise über das Gebiet zweier Städte.
1930-1938
Pfarrer Franz Weinhandel, zuvor Pfarrer in Kindberg, danach Pfarrer in Gleisdorf. Kapläne waren: Franz Geweßler, Alfred Wedenik, Johann Pair, Paul Trifter, Josef Bilek, Josef Tieber, Franz Thöringer, Josef Jaklitsch.
1938-1945
Pfarrer Dr. Richard Lebitsch, vorher Kaplan in Voitsberg. Unter ihm kommen Dr. Josef Laufer und Dr. Christian Judmaier als Kapläne nach Waasen.
1939 Schaffung von Groß-Leoben durch Zusammenschluß der Stadtgemeinden Leoben und Donawitz und der Marktgemeinde Göß.
1939-1945
Zweiter Weltkrieg. Die Glasgemälde werden als kostbarer Kunstschatz ausgebaut und im Mayr-Melnhof'schen Jagdhaus auf der Hochalm in Sicherheit gebracht. Insgesamt fordert der Zweite Weltkrieg laut Kriegerdenkmal in der Kirche 78 Gefallene aus den Reihen der Katholiken des Pfarrbereiches.
1940
Abschaffung des Religionsunterrichtes in den Schulen, der in der Folgezeit auf freiwilliger Basis in Kirche und Pfarrhof fortgesetzt wird.
1943
Erster Fliegerangriff auf Leoben. Der Keller des Pfarrhofes wird Luftschutzkeller.
1945
Die Russische Besatzungsmacht beschlagnahmt für kurze Zeit Pfarrhof und Kirche.
Pfarrprovisoren nach der Versetzung des bisherigen Pfarrers nach Graz sind Kaplan Dr. Josef Laufer und anschließend Josef Jaklitsch, der spätere Pfarrer von Donawitz.
1946
Am 1. Juni Gründung der Pfarre St. Josef in Donawitz. Dadurch Entlastung der Pfarre in seelsorglicher Hinsicht.
1946-1968
Pfarrer Josef Bauer, zuvor Kaplan in St. Xaver zu Leoben.
In seiner Dienstzeit treten folgende Kapläne ein: Karl Wurzinger, Vinzenz Hasenburger, August Cebul, Rudolf Friedl, Aushilfskaplan P. Amandus Rauen, Franz Temmel, Alois Frühwirt (später Pfarrer von Göß), Leopold Köcher, Franz Ertl, Paul Fuchs, Anton Neuhold, Stefan Herits, August Jamnig, Alois Wieser, Josef Zenz (späterer Pfarrer von Leoben-Lerchenfeld), Hans Salzmann, Georg Stoff (später Pfarrer von Leoben-Hinterberg), Johann Edlinger, Walter Hübler, Konrad Karner (seit 1976 Pfarrer von Irdning).
1947
Wiedereinsetzung der restaurierten Glasgemälde. Gründung der Frauenkongregation.
1949
800-Jahr-Feier der Pfarre Waasen.
1950
Matriken-Eintragungen: 176 Geburten, 120 Sterbefälle, 52 Trauungen.
1956
Bischöfliche Visitation durch Diözesanbischof Dr. Josef Schoiswohl mit Firmung von 663 Jugendlichen.
1957
Tod des Patronatsherrn Baron Franz Mayr-Melnhof.
1961
Primiz des in Leoben geborenen Dr. Egon Kapellari, seit 1982 Bischof der Diözese Gurk-Klagenfurt. Gründung der Legio Mariae in unserer Pfarre.
1965
Beginn des Kirchenbaues in Leoben- Hinterberg.
1967
Installierung einer elektrischen Kirchenheizung
1968
Mit Jahresbeginn wird Hinterberg eigene Pfarre.
1969
Amtsantritt des Pfarrers Karl Gölles, der zuvor Diözesanseelsorger der KAJ war. In seiner Amtszeit sind als Kapläne Hans Feischl, Dr. Franz Sammt (Religionsprofessor und Provisor in Leoben-Lerchenfeld) und Mag. Alois Sosteric (Parrer in Hinterberg und anschließend in Graz-Herz Jesu) eingetreten.
Carl-Anton Graf Goess-Saurau legt das Patronat über die Waasenkirche zurück.
Restaurierung und Doppelverglasung der Glasgemälde.
1970
Eigenes Pfarrblatt "Wir" für die Pfarren Göß, Donawitz, Lerchenfeld und Waasen. Erste Wahl eines Pfarrgemeinderates.
Vorsitzender ist Univ. -Prof. Dipl. Ing. Dr. Wolfgang Aggermann-Bellenberg.
1973
Innenrenovierung der Kirche und Anschaffung von neuen Kirchenbänken. Pfarrer Gölles wird aufgrund der neuen Dekanatseinteilung Dechant von Leoben.
1974
Wahl des Pfarrgemeinderates. Vorsitzender ist wieder Univ. -Prof. Dipl. Ing. Dr. Wolfgang Aggermann-Bellenberg.
Renovierung der Häuselbergkapelle durch die KAB.
1975
Bischof Johann Weber visitiert die Pfarre.
Matriken-Eintragungen: 73 Geburten, 70 Sterbefälle, 29 Trauungen.
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1976
Renovierung der Seitenaltäre durch Restauratorin Prof. Mag. Isabella Lang-Kaml.
Installierung einer Lautsprecheranlage in der Kirche.
Baubeginn für den neuen Pfarrhof nach Plänen der Architekten Diether Spielhofer und Josef Hinger.
1978
Wahl des neuen Pfarrgemeinderates. Vorsitzender ist OBR Dipl. Ing. Josef Hinger.
Einweihung des neuen Pfarrhofes durch Generalvikar Mag. Leopold Städtler.
Der alte Pfarrhof wird Jugendzentrum (Treff 265).
1979
Dechant Karl Gölles feiert beim Pfarrfest sein Silbernes Priesterjubiläum in Anwesenheit seiner beiden geistlichen Brüder.
1980
Firmung durch den Admonter Abt Dr. Benedikt Schlömicher.
Die Singgemeinschaft Waasen unter der Leitung von Jakob Geßlbauer bringt Josef Haydns Oratorium "Die Schöpfung" zur Aufführung.
Beginn der zweiten Dechant-Periode von Pfarrer Gölles.
Die Murbrücke der neuen Schnellstraße wird fertiggestellt.
Der westliche Brückenkopf liegt auf dem Gelände des ehemaligen Obstgartens der Pfarre.
1981
Ein neuer Weihwasserkessel wird angeschafft.
Am Steirischen Katholikentag in Graz nehmen 500 Leute aus der Waasenpfarre teil. Für die vor längerer Zeit abgebrochene "Dermutzkapelle" an der Moserhofgasse läßt die Stadtgemeinde Leoben eine moderne Christophorusstatue des Bildhauers Hans Muhr zwischem altem Pfarrhof und Straße aufstellen, die beim Pfarrfest durch Rektor Josef Fink eingeweiht wird. Feierliche Christmette mit dem neu ernannten Bischof von Kärnten, Dr. Egon Kapellari.
1982
Wahl des neuen Pfarrgemeinderates. Vorsitzende in dieser Periode sind Dr. Heinz Weninger (verstorben 1982), Dr. Ernest Fantner (verzogen), Prof. Mag. Helmut Gesslbauer. Der ehemalige Pfarrer von Waasen Josef Bauer (1946-1968) stirbt.
Kaplan Sosteric übernimmt als Pfarrer die Pfarre Leoben-Hinterberg.
Dr. Peter Schleicher, nunmehr Pfarrer in Mürzzuschlag, wird Hochschulseelsorger in Leoben und hält jeden Sonntag in Maria am Waasen einen Studentengottesdienst.
Renovierung des Kirchenvorraumes und Aufstellung eines neuen Schriftenstandes.
1000. Treffen der Ligio Mariae der Pfarre Waasen seit 1961.
1983
Für das Hl. Grab wird eine Statue des toten Heilandes angekauft.
Der barocke Bildstock vor dem Landeskrankenhaus Leoben wird versetzt und renoviert.
Die Leitendorfer Walpurgiskapelle ("Steinbruchkapelle") wird auf Initiative von Direktor OSR Eduard Lauermann von der Pestalozzi-Hauptschule restauriert.
Firmung durch Ordinariatskanzler Johann Reinisch.
Gerald Wagner wird Pastoralassistent. 400 Leute aus der Pfarre nehmen am Österreichischen Katholikentag in Wien teil.
1984
Erneuerung des elektrischen Geläutes und des Uhrwerkes auf dem Turm der Waasenkirche.
Das Dach der Kirche wird neu mit Eternit gedeckt.
Erste gemeinsame Fronleichnamsprozession der Pfarren Maria am Waasen, Leoben-St. Xaver, des Rektorates St. Jakob und des Redemptoristenkollegs.
Die künstlerisch bedeutsame, barocke Marienstatue im Bildstock auf dem ehemaligen Friedhof wird von Frau Mag. Sabine Aggermann restauriert.
1985
Einteilung der Pfarre in zehn Wohnviertel.
Gründung des Komitees zur Erneuerung der Orgel in der Waasenkirche unter dem Vorsitz von Wilhelm Terler.
Restaurierung von zwei bemalten Biedermeier-Grabtafeln auf dem ehemaligen Waasenfriedhof.
Firmung durch den Admonter Abt Dr. Benedikt Schlömicher.
1987
Wahl des neuen Pfarrgemeinderates. Bei 3120 wahlberechtigten Personen werden 1695 Stimmen (54,3%) abgegeben und 20 Pfarrgemeinderäte mit dem Vorsitzenden Mag. Helmut Gesslbauer gewählt.
Minister Dipl. Ing. Dr. Rudolf Streicher (Anfang der 70'er-Jahre Regenschori des Waasener Kirchenchores) dirigiert ein Benefizkonzert für die Anschaffung der neuen Waasenorgel.
Dechant Pfarrer Gölles wird vom Bischof zum Konsistorialrat ernannt.
Statistik der Waasenpfarre 1987: 62 Taufen, 37 Trauungen, 66 Begräbnisse, 34 Austritte, 12 Wiedereintritte.
1988
Als Großprojekt wird die Innenrenovierung der Waasenkirche durchgeführt. Neugestaltung der Seitenkapelle als Taufkapelle und Gottesdienstraum. Aufstellung eines neuen Volksaltares, Restaurierung der Altäre, Bilder und Statuen, sowie Freilegung eines gotischen Sakramentshäuschens im Chor (schmiedeeisernes Gitter, gestiftet von Fam. Terler).
Die Kosten betragen rund 2,5 Millionen Schilling (180.000 €).
Ein Bus mit Gläubigen aus der Waasenpfarre fährt zum Papstbesuch nach Gurk in Kärnten.
1989
Eine Statue des Hl. Antonius von Padua aus Altötting wird von Maria Demmerer gestiftet.
Visitation durch Bischof Johann Weber.
Statistik: 70 Taufen, 53 Begräbnisse, 26 Trauungen, 34 Austritte, 17 Wiedereintritte.
1990
Deutschkurs für Flüchtlinge aus Rumänien und Jugoslawien im Pfarrhof.
1991
Neuer Tabernakel und Ewiges Licht vom Leobener Goldschmied Michael Wieser für die Taufkapelle von Dorli Strukely gestiftet.
1992
Wahl des Pfarrgemeinderates mit der Vorsitzenden Edith Kräuter.
Weihe der neuen Orgel durch Bischof Dr. Egon Kapellari.

Die Orgel

von Wilhelm Terler

Die neue Orgel wurde 1992 von der Orgelbaufirma Martin Pflüger aus Vorarlberg bebaut. Ihre Vorgängerin, aus dem Jahre 1911 stammend (Fa. Hopfwieser/Graz), war nur mehr bedingt instandsetzungsfähig und wurde daher aus technischen und finanziellen Überlegungen im Mai 1992 abgerissen.
Die neue Orgel soll nicht nur liturgischen Zwecken dienen, sondern soll für den ganzen Bezirk Leoben auch eine kulturelle Aufgabe erfüllen in Form von

  • Orgelkonzerten
  • Durchführung des gesamtösterreichischen Orgelwettbewerbes ("Jugend musiziert")
  • Organistenausbildung usw.

Das Instrument umfaßt zwei Manuale und Pedal, Schleifwindladen mit rein mechanischer Spiel- und Registertraktur sowie zusätzlich elektronische Registriermöglichkeiten (8 Schlüssel mit je 64 Kombinationen ergeben insgesamt 512 Speicherplätze), 28 Register, davon 4 Zungenregister ergeben 1859 Pfeifen, davon 118 in Holz. 9 Register bestehen aus gehämmerten Material. Schwellwerk vorhanden.

Der Prospekt wurde vom holländischen Architekten Corneille Janssen in enger Zusammenarbeit mit der Orgelbaufirma entworfen und entspricht in seiner Gestaltung einem Mittelweg zwischen Barock und Gotik. Durch die hochragende Mittelpartie, zwei Seitenrisalisten und zwei gekrümmte Verbindungsflügel wird eine lebendige Silhouette geschaffen, die durch rhythmische Einteilung der Pfeifenfelder ein ansprechendes Gesamtbild ergibt.
Die Orgel wurde am 3.10.1992 durch den Kärntner Bischof Dr. Egon Kapellari (einem geborenen Waasener) in feierlicher Form und unter großer Beteiligung der Leobener Bevölkerung eingeweiht.

Disposition:

Hauptwerk C-g'''

Bourdon           16'
Principal            8'
Gedackt            8'
Oktav                8'
Rohrflöte            4'
Quint         2   2/3'
Superoktav         2'
Mixtur   5f   1   1/3'
Cornett  5f          8'
Trompete           8'

Schwellwerk C-g'''

Offenflöte          8'
Gamba             8'
Schwebung       8'
Oktav               4'
Spitzflöte          4'
Nazard      2   2/3'
Tierce       1   3/5'
Nachthorn         2'
Quint        1   1/3'
Plein Jeu    3f    2'
Oboe                8'
Tremolo

Hauptwerk C-g'''

Subbass           16'
Oktavbass          8'
Gedacktbass      8'
Choralbass         4'
Octav                 2'
Posaune           16'
Trompete            8'

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