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Die Anfänge
Pfarrchronik
Kirchenumbau
Miskolc - Ungarn
Betriebsseelsorge

Auf seiner ersten Sitzung am 24.6.1946 faßte der neuernannte Pfarrkirchenrat den Beschluß, keine Notkirche im Barackenbau, sondern einen Massivbau zu errichten.

1. Mai 1946. Nach den Drangsalen des 2. Weltkrieges und der NS - Herrschaft, in der die Not des Nachkriegselends und der Besatzung erhält das gläubige Volk von Donawitz einen Lichtblick.

Festschrift
50 Jahre Pfarre Donawitz
1946-1996

1. Einleitung zur Festschrift "50 Jahre Pfarre Donawitz"

Am 1.6.1996 jährte sich zum 50. Mal die Erhebung des Ortsteiles Leoben-Donawitz zur selbständigen Pfarre.
In nachstehender Schrift wird versucht, die 50-jährige Entwicklung der Pfarre auf Grund vorhandener Quellen darzustellen. Die nachfolgenden Kapitel 2 und 3.2 wurden - mit einigen Änderungen und Ergänzungen - mit freundlicher Zustimmung der Verfasserin aus der Maturafachbereichsarbeit "Die Pfarre Donawitz - Seelsorge im Spannungsfeld von Kirche und Arbeiterschaft" von Frau Marion Messics (1994) übernommen.

2. Pfarrgründung und Kirchenbau

2.1. Entwicklung vom kleinen Dorf zum bedeutenden Industrieort

Um die Bedeutung von Donawitz in unserer Zeit darzustellen, ist es notwendig, einen kurzen Blick auf die historische Entwicklung zu werfen. Die Menschen im Dorf an der Eisenstraße sahen durch den Einstieg in das Geschäft mit der Eisenverarbeitung gewiß eine wirtschaftliche Besserstellung. Dies ist aus der Entwicklung des Ortes im letzten Jahrhundert auch deutlich entnehmbar.
"Im Jahre 1840 hatte der Ort Donawitz 200 Einwohner und zwei Eisenhämmer, von denen der Töllerlhammer noch heute bekannt ist. Durch den Ausbau des Erzberges, den Bau der Erzbergbahn, die Übernahme der Donawitzer Eisenhämmer durch die neugegründete Alpine Montangesellschaft und den allgemeinen industriellen Aufschwung des ausgehenden 19. Jahrhunderts wuchs die Hütte Donawitz und beschäftigte von Jahr zu Jahr mehr Arbeiter, die auch zum Teil nach Donawitz in neu erbaute Wohnungen übersiedelten. Die Bevölkerung nahm sprunghaft zu, und 1890 waren es bereits 3472, 1900 schon 6101 und im Jahre 1910 über 8000 Einwohner."
Festschrift Kirchweihe Donawitz, 1954, S. 9
Damit war aber das Wachstum des Ortes nicht abgeschlossen, sondern, wie aus pfarrlichen Aufzeichnungen zu entnehmen ist, nahm die Bevölkerung in den nächsten Jahrzehnten weiter zu.
Bis 1939 war Donawitz sogar eine eigene Gemeinde, die zwar infolge der 1850 erfolgten Zusammenlegung der Steuergemeinden Donawitz, Judendorf und Leitendorf vier Bahnhöfe (Donawitz, Südbahnhof, Göss und Hinterberg), aber keine Kirche besaß. (Im Gegensatz dazu befanden sich im Gemeindegebiet der Stadt Leoben vier Kirchen, aber kein Bahnhof.)
Eine weitere Eigenart des Stadtgebietes von Donawitz war, daß es kein eigentliches Stadtzentrum hatte. Hinsichtlich der wirtschaftlichen Bedeutung stand (und steht auch heute noch) natürlich das Hüttenwerk Donawitz an erster Stelle. Im Jahre 1974 beispielsweise waren hier mehr als 6700 Menschen direkt oder indirekt damit beschäftigt, die für ihre gute Qualität bekannten Stahlprodukte wie Walzdraht und Walzprofile - darunter auch alle Arten von Schienen - herzustellen.
Die zur Wiedererlangung der Konkurrenzfähigkeit erforderlichen Rationalisierungsmaßnahmen und die technische Entwicklung hatten allerdings eine Verminderung des Personalstandes auf derzeit rund 2000 Mitarbeiter zur Folge.
Es gab aber in Donawitz auch noch zahlreiche kleinere Betriebe, von denen wohl der bekannteste das Stahlbauunternehmen Fiedler war.

2.2. Donawitz als Teil der Pfarre Waasen

Donawitz war ursprünglich Teil der Pfarre Maria am Waasen. Der Großteil der Bewohner dieser Pfarre lebte relativ weit von der Pfarrkirche entfernt. So war es den Geistlichen der Pfarre Waasen ein Anliegen, in Donawitz eine eigene Seelsorgestelle zu errichten, um die seelsorglichen Bedürfnisse besser wahrnehmen zu können. Mit dem damaligen Kaplan der Pfarre Waasen Karl Schweitzer gab es eine Reihe von Aktivitäten, auf welche auch die Gründung des "Katholischen Arbeiter-, Rechtsschutz- und Bildungsvereines für Donawitz und Umgebung", genannt "Katholischer Arbeitsbund" im Jahr 1894 zurückzuführen ist.
Dieser Verein baute ein Vereinshaus mit einem großen Saal für die Feier der Gottesdienste. Der Wunsch nach einer eigenen Kirche wurde immer größer, so unternahm Karl Schweitzer, der nunmehr Pfarrer von Waasen war, größte Anstrengungen, um eine Kirche zu erbauen. So berichtet das Grazer Tagblatt vom 2. Dezember 1909 über die Gründungsversammlung des St. Josef-Kirchenbauvereines Donawitz im Werkshotel:

Den Zweck der Versammlung markierte Stadtpfarrer Karl Schweitzer in einer Rede, worin er zuerst die Kirche als den Ort des Gebetes, des Opfers, der Versöhnung und der Verkündung des göttlichen Wortes schilderte. Donawitz entbehrt eine solche Gnadenstätte, es fehlt der Ruhepunkt im geschäftlichen Leben, der Ort, wo der mißmutige Gatte, die weinende Frau Trost und Stärke suchen und das Waisenkind sich dem himmlischen Vater empfiehlt. Redner bespricht dann die Entwicklung von Donawitz seit vierzig Jahren, die Vermehrung der Bevölkerung von 4000 auf 10000 Einwohner, die Vergrößerung der Schulen von 4 auf 22 Klassen. Im nächsten Jahre werden fast 300 neue Wohnungen bezogen, so daß neuerdings ein Zuwachs von mindestens 1500 Personen in einem Jahr zu erwarten ist. Dieses Anwachsen des Industrieortes, die Entfernung Donawitz von der Pfarre Waasen, die Arbeitsordnung und die eigentümlichen Verhältnisse des Industrieortes veranlaßten den Redner, von vielen Seiten der Industriearbeiter und anderen Bewohnern gedrängt, den Plan zur Erbauung einer Kirche und Errichtung einer Seelsorgestation energisch in die Hand zu nehmen. Nicht neu ist die Idee, bereits vor vierzig Jahren beschäftigte sich damit die Familie Baron Mayr v. Melnhof, damals Besitzer der Donawitzer Werke; die Alpine Montangesellschaft erklärte im Jahre 1891 die Errichtung einer Pfarre in Donawitz als wünschenswert und notwendig, und seitdem sind wieder fast 20 Jahre vergangen, der Industriestandort ist von Jahr zu Jahr gewachsen. Stadtpfarrer Karl Schweitzer bespricht dann die Mittel, mit welchen der Zweck des Kirchenbauvereines errichtet werden könnte, und erklärte, daß niemand gezwungen wird, auch nur einen Heller beizusteuern, daß auf größere materielle Opfer der Donawitzer Arbeiterschaft gar nicht reflektiert wird, von einer Belastung der Katholiken kann keine Rede sein, daß wir auf die Unterstützung von Wohltätern, Gönnern und Freunden des arbeitenden Volkes reflektieren, und auch ein größeres Entgegenkommen der Alpinen Montangesellschaft erwarten. Der heutige Tag, so schloß der Redner, werde für die Geschichte von Donawitz zum Markstein werden, und alle, die heute sich entschlossen, mitzuarbeiten an dem Zustandekommen des hohen und edlen Zweckes, werden noch nach Jahrhunderten verewigt und gesegnet sein. Gott gebe, daß die Glocke recht baldigst die Gläubigen zum Gebet und Opfer rufen und des Herrn reichster Segen über Donawitz sich ausschütte."
Festschrift Kirchweihe Donawitz, 1954, S. 10

Der Pfarrer kaufte als Bauplatz für die Kirche eine große Wiese um 26000 Kronen für den Kirchenbauverein. Durch Sammlungen des Vereines und durch Beisteuerungen vom Fürstbischof Dr. Leopold Schuster konnte das Grundstück bezahlt werden, und es blieben sogar noch 40000 Kronen als Grundstock für den Kirchenbau übrig.
Der Kirchenbau hätte 1912 oder 1913 begonnen werden können. Die Leitung der Österreichischen Alpine Montangesellschaft hat die Notwendigkeit einer Kirche immer eingesehen und war bereit, das Projekt verwirklichen zu helfen, aber leider teilte die Gemeindeverwaltung diese Auffassung nicht und begründete diese Haltung in einem ausführlichen Schreiben an Pfarrer Karl Schweitzer, das auch im Grazer Tagblatt und in der Obersteirischen Volkszeitung veröffentlicht wurde. So konnte der Kirchenbau vorläufig nicht begonnen werden. 1914 brach der erste Weltkrieg aus und unterbrach jede Bautätigkeit. Am 27. Juli 1915 pachtete die Gemeinde Donawitz zwangsweise den Kirchenbauplatz, um darauf Rekonvaleszentenbaracken für das k.k. Militär zu errichten. Mit dem Ende des Weltkrieges verlor auch das Kirchenbaukapital seinen Wert und da an einen Bau in absehbarer Zeit nicht zu denken war, wurde der Kirchenbauplatz in Schrebergärten aufgeteilt und verpachtet.

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Grundsteinweihe und Grundsteinlegung am 24.04.1949

Im Jahre 1930 versuchten Herr Pfarrer Josef Thir und der noch immer bestehende Kirchenbauverein mit Hilfe des Fb. Ordinariates und der Alpine Montangesellschaft eine Kirche, Pfarrhaus und ein Jugendheim mit Turnhalle nach den Plänen von Architekt Christoph Ernst zu erbauen. Leider scheiterte wegen Ungunst der Zeit auch dieses Bemühen.
Zuerst war es der erste Weltkrieg 1914-1918, der den Kirchenbauplatz in ein Barackenlager verwandelte, und dann der zweite Weltkrieg 1939-1945: Damals wollte man den Bauplatz für Obusgaragen verwenden. Nach den beiden Weltkriegen war das gesamte für den Kirchenbau angelegte Kapital durch die Geldentwertung verfallen.

2.3. Pfarrgründung

Während der NS-Zeit hatte die Kirche in Donawitz keinen Platz. Ins Vereinshaus waren Organisationen des NS-Regimes eingezogen. Nach dem Krieg wurde dieses Haus der Österreichischen Volkspartei als Nachfolgerin der christlich- sozialen Partei zugesprochen. Dennoch erteilte der Bischof am 7. Juni 1945 die Erlaubnis, im Vereinshaus vorläufig wieder den sonntäglichen Gottesdienst zu halten.
"Nun war das Bestreben, eine eigene Pfarre zu errichten, sehr groß. Am 1. Juni 1946 war es dann so weit. Der Fürstbischof Dr. Pawlikowski errichtete an diesem Tag die Pfarre St. Josef in Donawitz und bestimmte die Kapelle im Vereinshaus als provisorische Pfarrkirche für die Gottesdienste, wie es bereits vor 1938 war."
Rudolf List: 75 Jahre Christliche Arbeiterbewegung in der Obersteiermark, Donawitz 1962

Am 26. Juni 1946 wurde Josef Jaklitsch als neuer Pfarrer installiert. Das Gebiet der Donawitzer Pfarre wurde folgendermaßen festgelegt: Die Grenze "verläuft gegenüber der Pfarre Waasen vom Holzbauern über den Annaberg, das Judaskreuz an der Eisenbundesstraße (Vordernbergerstraße), den Annabergsteinbruch, die Verbindungsstraße zum Kino, entlang der Pestalozzistraße zum Galgenberg und von da zur Niederung, wo die St. Michaeler Pfarrgrenze erreicht wird. In der Höhe des Fröschelwirtes geht die Grenze gegen die Pfarre St. Peter-Freienstein, der jedoch der Tollinggraben verblieben ist.

2.4. Die Pfarrkirche

2.4.1. Der Kirchenbau

Auf seiner ersten Sitzung am 24.06.1946 faßte der neuernannte Pfarrkirchenrat den Beschluß, keine Notkirche im Barackenbau, sondern einen Massivbau zu errichten.
Auf der Anfang des Jahrhunderts gekauften Wiese sollte die neue Pfarrkirche gebaut werden. Das Hochbauamt Graz stellte die Bedingungen, daß hiefür "1. die schriftliche Erklärung des Arbeiter- und Angestelltenbetriebsrates der Hütte Donawitz, daß er gegen den Kirchenbau keine Einwände erhebt, und 2. die Zusicherung der finanziellen Sicherstellung für die erste Bauetappe..." zu erbringen seien.
Es war der Wunsch des damaligen Fürstbischofs Dr. Ferdinand Pawlikowsky, als tragendes Konstruktionselement den Werkstoff Stahl zu verwenden.
Den Bauplan lieferten die Architekten Karl Lebwohl und Kurt Weber - Mzell, Graz. Der Beginn des Kirchenbaus wurde vom Betriebsrat fast ein Jahr verzögert, da dieser so lang kein Einverständnis gab. Erst am 26. Jänner 1949 konnte die Finanzkammer der Diözese die Baubewilligung erteilen.

Der erste Spatenstich fand am 31. März 1949 statt. Ein paar Wochen später war die Grundsteinlegung, an der ca. 8000 Menschen teilnahmen. In der Grundsteinlegung steht unter anderem geschrieben:

IM NAMEN DER
ALLERHEILIGSTEN
DREIFALTIGKEIT
ZUR AUSBREITUNG DER HERRSCHAFT
UNSERES ERLÖSERS ZU EHREN SEINER
HEILIGSTEN MUTTER; ZU EHREN DES
HEILIGEN JOSEF; DES PATRONES DER
ARBEITER UND
UNSERER KIRCHE
UND ALLER HEILIGEN

...wurde im elften Jahre der Regierung seiner Heiligkeit des Papstes Pius XII. unter dem Fürstbischof von Steiermark Dr. Ferdinand Pawlikowski, Bundespräsident Dr. Karl Renner, Landeshauptmann Josef Krainer und dem Bürgermeister von Leoben, Gottfried Heindler, der Grundstein zu diesem Gotteshaus am Weißen Sonntag, den 24. April des Jahres 1949 vom hochwürdigsten Herrn Fürstbischof Dr. Ferdinand Pawlikowski im Beisein des Herrn Dechant Alex Schöller, der Pfarr- und Ordensgeistlichkeit von Leoben und Umgebung, der Werksdirektoren der Alpine Hütte Donawitz, Ing. Narbeshuber und Sormann, des gebürtigen Donawitzers, Landeshauptmannstellvertreter Ing. Tobias Udier, wie der Bevölkerung feierlich eingeweiht.

Festschrift Kirchweihe Donawitz, 1954, S.12

Bild links: Die Dachgleiche ist erreicht.

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Mit der Durchführung der Bauarbeiten wurde die Firma Hitthaller betraut. An dieser Stelle sei erwähnt, daß sich Herr Baumeister Hans Hitthaler durch sein größtmögliches Entgegenkommen und durch die sehr gute Qualität der ausgeführten Arbeiten außerordendliche Verdienste um das große Bauvorhaben erworben hat.

Die Firma Waagner - Biro wurde beauftragt, die Stahlkonstruktion für das Kirchenschiff und den Turmunterbau zu liefern und zu montieren, während die Firma Stahlbau Fiedler mit der Herstellung des Turmoberteiles, der Wendeltreppe, der Fensterrahmen und anderer Stahlbauarbeiten betraut wurde.
Wegen der gleichzeitig erfolgenden Kirchenneubauten in Knittelfeld und Graz-Münzgraben waren die seitens der Bischöflichen Finanzkammer zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel äußerst knapp bemessen, was eine zügige Fertigstellung des Baues nicht zuließ.

Die Weihe der St. Josefsglocke am 18.05.1952

Zudem wurden sämtliche Baumaterialien damals "bewirtschaftet", d.h. sie waren rationiert. In diesem Zusammenhang soll das große Entgegenkommen der damaligen Österreichisch-Alpinen Montangesellschaft dankbar und lobend erwähnt werden. Als kennzeichnend für die damalige Zeit des Mangels sei auch eine Notiz aus der Pfarrchronik angeführt, wonach eine Sammelaktion bei der Bauernschaft "fast 100 Stück Bloche" ergab, "welche zu Schnittholz verarbeitet werden sollen."

Erst am 21.11.1951 konnte die Gleichenfeier der neuen Pfarrkirche stattfinden. Am 18.05.1952 wurde die Weihe der St. Josefs-Glocke vorgenommen. Sie wurde von der Firma Oberascher in Salzburg gegossen und ist 1,5m hoch und 1746kg schwer.
1953 wurde an der Inneneinrichtung gearbeitet. Die feierliche Kirchweihe fand am 17. Oktober 1954 statt. Als anschauliches Maß für die Größe der geleisteten Arbeit seien folgende Zahlen angegeben: Für Kirche und Turm wurden u.a. 230t Stahl, 250t Zement und 500.000 Ziegel verbraucht.

Rege Teilnahme der Donawitzer an der Kirchweihe am 17.10.1954

2.4.2. Die Pfarrkirche als moderner Sakralbau

Die Kirche ist ein Massivbau aus einem Stahlgerüst mit Ziegelfüllung, eine weitgespannte einschiffige Halle. Die Tragkonstruktion ist ein Stahlskelett, das aus den die breite Halle umwölbenden Bogen besteht und Decke und Dach trägt.

Außen wurde die Kirche mit einem ziegelroten Verputz versehen. Die Deckenspiegel mit Symbolen der sieben Sakramente und das Muttergottesbild im Engelchor entstanden nach Entwürfen des akad. Malers Fritz Rogler aus Graz und wurden vom Leobener Malermeister Walter Ramschek gemalt.
Die Mensa des Hochaltars, der Sakramentsaltar und die Kommunionbank wurden nach Entwürfen von Architekt Lebwohl in Salzburger Marmor hergestellt.

Der Kreuzweg, wohl das Kostbarste in der Donawitzer Kirche, stammt von Ernst von Dombrowski. Der ursprüngliche Hauptaltar, im stark aufgebauten und überhöhten Presbyterium aufgestellt, wird von den hohen schmalen Fenstern mit Licht überflutet, die in den unteren zwei Dritteln der Höhe des 40m hohen Turmes eingefügt sind.
Im oberen Teil des Turmes befindet sich der - in der neueren Liturgie allerdings nicht mehr verwendete - sogenannte Engelchor und darüber, 33 Meter über dem Erdboden, die Glockenstube mit ihrem stählernen Glockenstuhl.
Eine entsprechend große Empore im Südteil der Kirche trägt die Orgel und bietet Platz für Chor und Orchester. Eine Kanzel im landläufigen Sinn wurde nicht errichtet. Die vorgesehene Predigtstätte ist der Ambo im Bereich des Presbyteriums.
Die unter dem Presbyterium befindliche Unterkirche wird im Winter an Werktagen für den Gottesdienst benützt, da sie leichter zu beheizen ist.

3. Pfarrchronik

3.1. Pfarre im eigentlichen Sinne

Die Situation in Donawitz vor der Pfarrerhebung wird am besten durch das nachstehende Zitat aus der ersten Seite der Original - Pfarrchronik charakterisiert:
"1. Mai 1946. Nach den Drangsalen des zweiten Weltkrieges und der NS-Herrschaft, in der Not des Nachkriegselends und der Besatzung erhält das gläubige Volk von Donawitz einen Lichtblick. Mit dem Beginn regelmäßiger Maiandachten in der Meßstation des Kath. Vereinshauses wird das Glaubensleben lebendiger pulsieren.
Der Hochw. Herr Pfarr-Provisor von Leoben-Waasen, Herr Josef Jaklitsch, geht mit seinem neuen Gehilfen Anton Steiner mutig ans Werk.
Die Situation ist ähnlich der auf einer Missionsstation. Es fehlt am Notwendigsten. Im großen Saal, an dessen westlicher Breitseite sich der arg ramponierte Aufbau einer Bühne erhebt, finden sich einige Reihen Gasthausstühle. An der Stirnfront im Osten steht in einer Nische ein einfacher Altar, ohne jeden Schmuck. Der Raum weist, trotz sorglicher Behandlung durch die Putzfrauen, die wüsten Spuren von Kommißstiefeln auf. Die vorerst beschränkten Mittel und Möglichkeiten zwingen zu äußerster Bescheidenheit. Aber das Wesentliche, der gute Geist und Eifer der Getreuen der Kirche weiß immer wieder Rat und Hilfe! So wird improvisiert - zur Ehre Gottes!
An den Altar wird ein Wirtshaustisch angefügt, welcher eine packpapierumhüllte Zuckerkiste tragen wird, darauf die Statue der Gottesmutter plaziert wird. Zwischen den 6 vorhandenen in Holz gedrechselten Kerzenleuchtern finden Biergläser mit frischen Blumen - Spenden von Marienverehrern - Platz. Auf einem altersschwachen Harmonium spielt ein talentierter junger Mann, Hans Dösinger, oder Frl. Sammer die beliebten Marienweisen und das täglich sich mehrende Volk der Beter singt munter mit."

Das Stahlskelett der Pfarrkirche Donawitz

Wie schon früher angeführt, wurde am 1.6.1946 Donawitz zur eigenen Pfarre erklärt und Herr Josef Jaklitsch zum Pfarrer der neuen Pfarre bestellt.

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Der Gründungspfarrer Josef Jaklitsch

Der erste Pfarrkirchenrat bestand aus den Herren

Dipl. Ing. Fritz Bauer,
Ulrich Brandner, Landwirt,
Siegmund Kügerl, Oberstellwerkmeister,
Franz Laschober, Werksangestellter,
Rudolf Mairitsch, Werkmeister und Gastwirt,
Rudolf Maderthoner, Landwirt,
Josef Pfeil, Spenglermeister,
Josef Panholzer, Generatorenwärter,
Leopold Schicker, Vorarbeiter,
Heinrich Strallhofer, Magazinaufseher,
Rupert Stummer, Angestellter,
Fritz Strallhofer, Rechnungsführer,
Franz Schantl, Garagenmeister,
Otto Schober, Werksmeister,
Viktor Truhlarsky, Rechnungsführer,
Alois Zimmer, Kanzlist, und
Marian Kögl, Oberstraßenmeister.

Wie schon erwähnt, wurden die Gottesdienste in der Zeit vor und während des Kirchenbaues in dem als Kapelle adaptierten großen Saal des Vereinshauses gefeiert. Die Pfarrkanzlei und die Wohnung des Pfarrers befanden sich damals im Haus Lorberaustraße 95a (später Fridaustraße 5).
Nun folgten die von harter Arbeit aller Beteiligten erfüllten Jahre des Kirchenbaues, wie sie im Kapitel 2.4.1. geschildert sind.
Im Juni 1954 konnte dank der großzügigen Spenden der Bevölkerung die Orgel der Pfarrkirche bei der Firma Dreher und Reinisch, Salzburg bestellt werden. Sie wurde am 24.12.1954 geweiht.

Aus der Original - Pfarrchronik sind die Namen folgender Priester ersichtlich, die als Kapläne in der Pfarre Donawitz für das Reich Gottes gearbeitet haben:

Vinzenz Hasenburger (im Ruhestand)
Dr. Josef Hartinger (verstorben)
Erich Goldner (verstorben)
Richard Dalheim (verstorben)
Dr. Erwin Klivinyi (verstorben)
Dr. Karl Reitbauer (im Ruhestand)
Dr. Manfred Müller (Missionar auf den Philippinen)
Dr. Herbert Thomann (Diözesanvisitator)
Franz Manninger (verstorben)
Gottfried Heinzel (Religionsprofessor)
Dr. Anton Albrecher (Religionsprofessor und
Pfarrer in Gutenberg)
Josef Bernhard (verstorben)
Andreas Zechner (Pfarrer in St. Anna
ob Schwanberg)
Franz Wolf (Pfarrer in Frojach,
Niederwölz u. Teufenbach).

Den Verwaltungsdienst in der Pfarrkanzlei besorgten seit der Pfarrgründung:

Dr. Oswald Jenne
Stephanie Stampfer
Helga Wehinger
Elisabeth Oswald
Karin Riegler
Ute Typolt
und zeitweilig auch die jeweilige Pfarrschwester.

Der Gründungspfarrer Josef Jaklitsch und seine Mitarbeiter (von links nach rechts): Laienkatechet Johannes Smuda, Organistin Theresia Smuda, Frau Josefine Rathbauer, Pfarrschwester Johanna Martens, verehelichte Trummler, Köchin Maria Schiester, Kaplan Erich Goldner, Kanzlistin Stephanie Stampfer, Hausgehilfin Maria Skofitsch, Kirchenbeitragsbeamter Franz Kirsch.

Herr Pfarrer Josef Jaklitsch freut sich auf den neuen Pfarrhof.

Dem Gründungspfarrer, Herrn Josef Jaklitsch, halfen außer den Kaplänen auch noch die Pfarrschwestern

Irene Stromberger
Hanna Martens (später verehelichte
Trummler) und danach
Grete Zach und
Romana Stangl

bei seiner seelsorglichen Arbeit.

Für die musikalische Gestaltung der Gottesdienste sorgten als Organisten

Jetti Sammer
Hans Dösinger
Dir. Painig
Oberlehrer Demmer
Therese Smuda und
Oberschulrat Dir. Franz Mirtl.

Hier soll auch noch des nunmehr 94-jährigen Herrn Prof. Dipl. Ing. Dr. Egon Nesitka gedacht werden, der mehrere musikalische Aufführungen in der Pfarrkirche Donawitz vorbereitete und durchführte.
In diesem Zusammenhang soll aber auch die Werkskapelle Donawitz erwähnt werden, die immer wieder zur musikalischen Gestaltung der Gottesdienste beitrug.

Im Jänner 1956 wurde das an die Kirche angrenzende Sakristeigebäude (Mesnerhaus) fertiggestellt. Die nordostseitige Wand dieses Gebäudes, das damals den Mesner und die Kapläne beherbergte, trägt ein Sgraffito ("Wer ist wie Gott") des seinerzeitigen Kaplans Richard Dalheim.
1957 begann der Bau des Pfarrhofes.
Am 20.7.1958 war ein besonderer geistlicher Festtag für Donawitz: Der aus einer Donawitzer Arbeiterfamilie stammende Herr Anton Zika feierte in Donawitz seine Primiz. Er war zuletzt Pfarrer in Raten. Er ist schon verstorben.
Im April 1959 übersiedelte der Pfarrer in das inzwischen fertiggestellte Pfarrhofgebäude, im Mai 1959 folgten das Pfarramt und der Pfarrhaushalt.
Im Sommer 1961 konnte die Pfarre die zweite Primiz eines gebürtigen Donawitzers, u.zw. des Herrn Salesianerpaters Hugo Reichenvater feiern.

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Am 4. April 1971 wurde nach einer Zeit der intensiven Vorbereitung dee erste Pfarrgemeinderatswahl durchgeführt.
Am 24. 3. 1976 fand die letzte selbständige Pfarrkirchenratssitzung vor der Eingliederung in den Pfarrgemeinderat statt.
Mit Wirkung vom 31.12.1976 beendete der Gründungspfarrer, Herr Geistl. Rat Josef Jaklitsch, seine segensreiche Tätigkeit als Pfarrherr in Donawitz. Der feierliche Abschied von seiner Pfarrgemeinde fand am 16.01.1977 im Rahmen eines Festgottesdienstes statt. Danach wirkte der Genannte noch einige Jahre als Aushilfsseelsorger in Ligist in der Weststeiermark.

Am 1.3.1977 übernahm Herr Pfarrer Josef Rosenberger die Leitung der Pfarre. Auf seine Initiative wurde eine Innenrenovierung des Pfarrhofes und eine Umgestaltung der Innenräume desselben durchgeführt. Ferner wurde eine ölbefeuerte Zentralheizung eingebaut. Er strebte auch einen Umbau der Pfarrkirche an. Hiefür wurde vom Bischöflichen Bauamt ein Architektenwettbewerb durchgeführt. Wie aus damaligen Leserzuschriften an Zeitungen ersichtlich ist, verursachte dieses Vorhaben allgemein beträchtliches Aufsehen.

Weihe des neuen Volksaltars durch Herrn Diözesanbischof Johann Weber

Sogar der Gründungspfarrer Herr Geistl. Rat Josef Jaklitsch griff damals zur Feder und wandte sich gegen den geplanten Umbau. Das Projekt wurde schließlich nicht verwirklicht.
Herr Pfarrer Rosenberger gab viermal pro Jahr gemeinsam mit der Betriebsseelsorge ein eigenes Pfarrblatt ("Donawitz Plus") heraus.
Am 30.8.1981 gab der von allen sehr geschätzte Pfarrer Josef Rosenberger während eines Gottesdienstes überraschend bekannt, daß er am 1.9.1981 die Pfarre verlassen werde.

Die Glockenweihe

Mit 1.9.1981 wurde Herr Kaplan Hans Feischl als Provisor für die Pfarre Donawitz bestellt. Da er noch Diözesanseelsorger der Kath. Arbeiterjugend war, wurde ihm bis zur Neubesetzung dieses Postens Herr Siegfried Gödl als Hilfskaplan zugeteilt.
Am 5.10.1981 wurde anläßlich einer Pfarrgemeinderatssitzung die von Architekt Dipl. Ing. Hinger ausgearbeitete Umgestaltung des Kirchenraumes mit Errichtung eines Volksaltares beschlossen. Im April 1982 fand die dritte Pfarrgemeinderatswahl statt.

Am 25.4.1982 wurde der neue Volksaltar von Herrn Diözesanbischof Johann Weber feierlich geweiht.
Am 29.8.1982 verabschiedete sich Herr Kaplan Siegfried Gödl (mittlerweile zum Doktor der Theologie promoviert), um mit 1.9.1982 die Leitung der Pfarre Frauental zu übernehmen.
Mit gleichem Tag wurde Herr Kaplan Hans Feischl zum neuen Pfarrer von Donawitz ernannt.

Am 20.11.1983 wurde der Gründungspfarrer von Donawitz, Herr Geistl.Rat Josef Jaklitsch, von unserem Herrn und Gott aus diesem Leben abberufen. Seinem Wunsche entsprechend wurde er unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am Donawitzer Friedhof beigesetzt. Er hatte 31 Jahre lang segensreich in Donawitz gewirkt und durch sein freundliches, offenes und herzliches Wesen die Sympathie vieler Donawitzer gewonnen.

Nachdem Herr Pfarrer Hans Feischl zwei Jahre lang die Seelsorgearbeit allein bewältigt hatte, gelang es ihm, mit 1.9.1984 wieder eine hauptamtliche Hilfe, Frau Elisabeth Candioli, zu erhalten. Sie absolvierte hier ihr Praktikum als Pastoralassistentin.
Als nächster absolvierte Herr Berthold Brodtrager sein Pastoralpraktikum in Donawitz. Danach folgte mit Beginn des Schuljahres 1987/88 als Pastoralassistent Herr Michael Schwölberger.

Am 22.3.1987 fand die Wahl des vierten Pfarrgemeinderates statt. Bei der am 24.7.1988 stattfindenden Finanzausschußsitzung teilte Herr Pfarrer Feischl mit, daß eine noch ungenannte Spendergemeinschaft die Finanzierung zweier neuer Glocken für die Kirche Donawitz in Höhe von S 300.000 (ca. 21.800 €) übernehmen wird.
Im Sommer 1988 fand bei der Firma Grassmayr in Innsbruck der Guß dieser beiden neuen Glocken statt, der aber leider mißlang.

Die beiden Glocken werden in die Glockestube eingeholt

Der im Jahre 1989 durchgeführte neuerliche Glockenguß war erfolgreich. Die eine Glocke ist der Gottesmutter geweiht und wiegt 1050kg, die zweite erklingt zu Ehren der Hl. Barbara, der Schutzpatronin der Berg- und Hüttenleute, und wiegt 720kg.
Von 26. - 28.5.1989 fand das jährliche Pfarrfest statt, das diesmal von der Pfarrvisitation und der Weihe der beiden neuen Glocken durch Herrn Diözesanbischof Johann Weber geprägt wurde. Am 27.5.1989 wurden die Glocken unter großer Beteiligung der Donawitzer Bevölkerung an der Pfarrgrenze in Empfang genommen, zur Pfarrkirche begleitet und im Rahmen eines kurzen Wortgottesdienstes von den Spendern, dem Ehepaar Stefanie und Ing. Herbert Doringer, der Pfarrgemeinde übergeben.
Am 28.5.1989 fand die feierliche Glockenweihe durch Herrn Diözesanbischof Johann Weber statt.

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Herr Diözesanbischof Johann Weber besucht mit dem Pfarrgemeinderat am 6.6.1989 das Hüttenwerk Donawitz.

Am 6.6.1989 besuchte Herr Diözesanbischof Johann Weber das Hüttenwerk Donawitz. Der Abend des gleichen Tages war einem intensiven Gespräch des Bischofs mit den Pfarrgemeinderäten von Donawitz gewidmet.

Vom 19. - 21.1.1990 fand eine "Fahrt der Nächstenliebe" des Leobener Service-Club 41 nach Valicig (Franzdorf) in Rumänien statt, an der sich neben den anderen Leobner Pfarrgemeinden über Veranlassung des Herrn Pfarrers Feischl auch die Pfarrgemeinde Donawitz beteiligte. In 5 VW-Bussen wurden Hilfsgüter (Lebensmittel, Medikamente, Winterbekleidung und Schreibpapier) im Wert von S 500.000 (ca. 36.300 €) in diese Region gebracht.

Ab 1.4.1991 betreut Herr Pfarrer Hans Feischl als Gefängnisseelsorger auch die Insassen der Haftanstalt in Leoben.

Im Jahr 1991 gab es ein seltenes Ereignis in einer Pfarre: Zwei Jubelpaare, Ferdinand und Maria Fellner, sowie Johanna und Stephan Glaninger feierten das 60-jährige Bestehen ihrer Ehe - ein wahres Vorbild für die Jugend.
Am 20.6.1991 feierte die älteste Pfarrbewohnerin, Frau Findenig, ihren 101. Geburtstag.
Mit 31.1.1992 schied der bisherige Pastoralassistent Michael Schwölberger aus dem Dienst aus und trat seinen Zivildienst an.
Am 15.2.1992 begann Mag. Erich Faßwald seine Tätigkeit als Pastoralassistent in der Pfarre.
Am 22.3.1992 fand die 5. Wahl des Pfarrgemeinderates statt.
Im Jahre 1992 ergab sich auf Grund der Anschaffung einer neuen Orgel für die Waasenkirche die Möglichkeit, Teile der "alten" Orgel von Waasen für die Erweiterung der Donawitzer Orgel zu verwenden. Der Pfarrgemeinderat beschloß, diese günstige Gelegenheit zu nützen. Zusätzlich konnten weitere Orgelteile von Frohnleiten beschafft werden. Der hiezu erforderliche Betrag in Höhe von S 190.000 (ca. 13.800 €) konnte Dank der Spendenfreudigkeit der Pfarrbevölkerung aufgebracht werden.
Am 25.4.1993 begann die seit langem angstrebte Renovierung des Kircheninnenraumes, welche von der Firma Ewald Tauber mit modernstem Gerät durchgeführt wurde. Auch die Fenster wurden bei dieser Gelegenheit abgedichtet und - wo erforderlich - erneuert.

Zu diesem Anlaß spendete Herr Kunstschmiedemeister Heinz Fiedler aus St. Michael neue Kerzenleuchter für die Kreuzwegstationen der Kirche und einen schmucken Leuchter für das Kirchenportal.
Anschließend wurden von der Grazer Firma Anton Hocker die Arbeiten zur Restaurierung und Erweiterung der Orgel durchgeführt.
Am 3. Oktober 1993 konnte schließlich beim Erntedankfest in einer im neuen Glanz erstrahlenden Kirche die abgeschlossene Renovierung gefeiert und die erweiterte Orgel durch Herrn Dechant Karl Gölles geweiht werden.

Im Oktober 1993 besuchte Herr Diözesanbischof Johann Weber über Einladung der Werksdirektion neuerlich das Hüttenwerk Donawitz und natürlich auch die Pfarre.
Am 18.12.1993 fand in der Pfarrkirche ein Benefizkonzert für die Orgel statt.
Zu Weihnachten 1993 wurde über Anregung des Reitvereines Leoben-Niederung Stadlbauer der alte Brauch der Pferdesegnung und des Stefanirittes wiederbelebt.
Im Dezember 1994 luden die Geschäftsleute der Pestalozzistraße zu einer Adventfeier nahe der Apotheke Donawitz ein, die von Herrn Pfarrer Feischl geistlich gestaltet wurde.
Bei der Pfarrgemeinderatssitzung am 5.5.1995 berichtete Herr Pfarrer Feischl, daß Herr Caritasdirektor Franz Küberl an ihn mit der Anregung und Bitte herangetreten sei, mit der Pfarre der ungarischen Stadt Miskolc Kontakt aufzunehmen. Diese Stadt liegt 170km nordöstlich von Budapest, hat 181.000 Einwohner und ist durch hohe Arbeitslosigkeit gekennzeichnet. Die Pfarre wird von Franziskanern betreut. Diese Anregung fand Zustimmung im Pfarrgemeinderat.

Der "Tauber-Lift" erleichtert die Arbeit in schwindelnder Höhe

Nach vorbereitenden Gesprächen besuchte eine sechsköpfige Delegation des Pfarrgemeinderates vom 16. bis 18.5.1996 die Pfarre Miskolc. Die Teilnehmer wurden von den dort tätigen jungen franziskanischen Brüdern und Schwestern liebevoll und mit großer Herzlichkeit aufgenommen. Dieses Seelsorgeteam beeindruckte die Besucher sehr durch die äußerst bescheidene Lebensweise, einen starken Glauben und das Bemühen, den oft noch unter Hunger leidenden Mitmenschen zu helfen.
Am 23. und 24.8.1996 statteten eine Franziskanerschwester und drei Franziskanerbrüder aus Miskolc der Pfarre Donawitz einen Gegenbesuch ab. Am Abend des 23.8. besuchten die Gäste und Mitglieder des Pfarrgemeinderates die Abendmesse, anschließend fand im Pfarrhof ein Gedanken- und Erfahrungsaustausch statt. Der nächste Tag war der Besichtigung von Donawitz und Leoben gewidmet.
Es wäre wünschenswert, daß aus diesen Kontakten der beiden Industriepfarren eine für beide Seiten fruchtbare geistig - geistliche Partnerschaft entsteht.

Besuch des Pfarrgemeinderates bei dem Seelsorgeteam der Franziskaner in Miskolc (Ungarn)

In der Pfarre arbeiten 1996 für das Reich Gottes:

Hans Feischl, Pfarrer,
Mag. Erich Faßwald, Pastoralassistent,
Ilse Dirscher, Pfarrsekretärin,
Ludmilla Dietinger, "guter Geist" im Pfarrhof
Mag. Hanna Maria Trummler, Organistin,
Gertraud Renher, Aushilfsorganistin,

und der Pfarrgemeinderat bestehend aus:

Ilse Dirscher, Pfarrsekretärin,
Ernestine Fluch, Erzieherin,
Wolfgang Frisch, Werksarbeiter,
Oswald Hatzenbichler, Angestellter,
Thomas Hatzenbichler, Student,
Günther Lang, Pensionist,
Johann Pirker, Landwirt,
Josefine Roth, Hausfrau,
Max Schweiger, Pensionist,
DI. Gottfried Springer, Pensionist,
Dr. Bernd Streitmayer, Arzt,
Johanna Trummler, Hausfrau,
Mag. Hanna Maria Trummler, AHS-Lehrerin,
Walter Übertrager, Werksarbeiter,
Helmut Weiß, Pensionist.

Nun bleibt nur noch zu berichten, daß auf vielfachen Wunsch und auf Beschluß des Pfarrgemeinderates eine Kirchturmuhr bestellt und Ende August 1996 montiert und in Betrieb genommen wurde. Dieses funkferngesteuerte, ganggenaue technische Meisterwerk der Uhrmacherkunst soll als äußerstes Zeichen eine bleibende Erinnerung an das 50 Jahr-Jubiläum der Pfarre Donawitz sein.
Dieses 50jährige Jubiläum wird von 11. bis 29.9.1996 mit einem vielfältigen Programm von Veranstaltungen gefeiert, dessen Höhepunkt der Besuch des Herrn Diözesanbischofs Johann Weber und die Weihe der neuen Turmuhr ist.

Abschließend soll in dieser Chronik anläßlich des Pfarrjubiläums auch in Dankbarkeit jener Frauen und Männer gedacht werden, die als Religionslehrer in den Schulen von Donawitz arbeiteten und damit sehr wesentlich die Seelsorgearbeit unterstützten.

Dank und Anerkennung gebührt aber auch jenen vielen Frauen, Männern, Jugendlichen und Kindern der Pfarre, die als Pfarrgemeinderäte, Helfer und Helferinnen, sowie Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen in den Arbeitskreisen oder in anderer Weise ehrenamtlich für das Reich Gottes gearbeitet und damit die Frohe Botschaft Jesu Christi erlebbar gemacht haben.
Wenn auch vielleicht der Erfolg ihrer Arbeit vielfach nicht unmittelbar spürbar wurde, so hat sich doch sicherlich später manches kleine Samenkorn des Glaubens zu einem Baum entwickelt.

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3.2. Betriebsseelsorge

3.2.1. Grundsätze der Betriebsseelsorge

Nachdem in der zweiten Hälfte der sechziger Jahre die Annäherung von Kirche und Arbeiterschaft, im speziellen Kirche und SPÖ (Kardinal König und Bundeskanzler Kreisky hatten in diesem Bereich vorbildlich zusammengewirkt) immer besser gelungen war, ging man nach dem Vorbild Oberösterreichs auch in der Steiermark zur Installierung von Betriebsseelsorgestellen über. Die erste Betriebsseelsorge entstand bei Böhler in Kapfenberg. Durch diese Einrichtung wurde auch der Dechant von Leoben, Karl Gölles, auf eine Möglichkeit für eine Betriebsseelsorge im Raum Leoben aufmerksam gemacht. Nachdem dieses Anliegen in den Stadtgesprächen (Pastoralkonferenz der Stadt Leoben) vorgebracht worden war, haben die Teilnehmer (hauptamtliche Angestellte in den Pfarren) diesen Vorschlag unterstützt und den Bischof um eine derartige Einrichtung gebeten.

Pfarrgemeinderatsklausur 1995 in der Dult bei Graz

Diözesanbischof Johann Weber gab für die Errichtung der Betriebspastoral Leoben seine Zustimmung. Er bestellte mit 1.9.1972 Josef Peer zum Sekretär der Betriebspastoral und umschrieb seinen Aufgabenbereich folgendermaßen:

- Kontaktaufnahme mit den einzelnen Betriebsführungen, Betriebsräten und Funktionären der Arbeiterkammer und der Gewerkschaft

- Aufbau von Aktivistenkreisen in den einzelnen Betrieben

- Mithilfe beim Aufbau von Ausschüssen für die Industriepastoral im Rahmen des PGR in den einzelnen Pfarren

- Verantwortung für das Bewußtmachen der Sorge der Kirche um die Menschen im industriellen Bereich (Sozialenzykliken usw.)

- Enge Zusammenarbeit mit der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (Information und Bildungsaufgabe)

- Enge Zusammenarbeit mit den Priestern und hauptamtlichen Laienmitarbeitern des Gebietes.

- Koordinierung der Planung mit der Territorialseelsorge und gemeinsame Revision der Arbeit.

3.2.2. Zielvorstellungen für Leoben

Nach eingehenden Beratungen wurden folgende Zielvorstellungen für die Betriebspastoral Leoben formuliert:

Das Zentrum der Betriebspastoral Leoben ist in erster Linie ein neutraler Ort der Begegnung: "Die offene Begegnung bricht die Isolation, in der sich viele Einzelpersonen und ganze Familien befinden, und hilft mit, die Menschen zu einem sozialen Wesen heranzubilden." (Pius XII.). Sie befähigt das eigene Leben am bestimmten Ort und zur bestimmt geschichtlichen Zeit bewußt anzunehmen und als Subjekt im privaten und öffentlichen Leben zu gestalten. In einer christlichen Bildung wird die stärkste Hilfe gesehen, im vollsten Sinne des Wortes menschlich (Menschwerdung Christi) zu leben, zu arbeiten, zu leiden und zu sterben.
Folgende konkrete Begegnungen werden angstrebt:

- "Arbeiterfamilien treffen sich in Familienrunden und versuchen gemeinsam, die Schwierigkeiten, die sich heutzutage stellen, zu bewältigen.

- Arbeitnehmergruppen befassen sich mit den Problemen des Betriebes: Arbeitsplatz, Gewerkschaft, Parteien, Politik, Glaube.

- Lehrlinge werden eingeladen, um ihnen eine gute Überführung in die Berufswelt zu ermöglichen und sie gegen die Übermacht des Betriebsklimas zu stärken.

- Frauen, die auf die Heimkehr des Mannes von der Schicht warten und deshalb einen sehr langen Vormittag (bis 14 Uhr) haben, bekommen die Gelegenheit kleiner Kurse (Nähen, Basteln, usw.).

- Für Pensionisten, vor allem jene, die stark unter Vereinsamung leiden, wird ein aktiver Lebensabend angeregt."

3.2.3. Verwirklichung

Wie schon oben erwähnt, wurde mit 1.9.1972 Josef Peer zum Sekretär der Betriebspastoral Leoben bestellt. Im zweiten Semester Februar - Juli 1972 war er Religionslehrer in Donawitz. Er bezog eine Wohnung in der Erzstraße 6. Es entstanden zwei Runden: eine Familienrunde und eine Betriebsrunde, die sich bald in eine KAB - Runde umwandelte und als solche verstand. Die Rundenarbeit und Bürotätigkeit wickelten sich in einem reservierten Raum der Privatwohnung ab. Bald zeigte sich die Wohnung als zu eng für die berufliche Tätigkeit und somit drängte sich die Notwendigkeit auf, größere Räumlichkeiten als "Zentrum der Betriebsseelsorge" zu suchen.
Peer brachte in Erfahrung, daß das Haus Erzstraße 6, in dem er schon wohnte, zum Verkauf angeboten wurde. Dieses Haus war die ehemalige Bäckerei Heiser. Der Sekretär bemühte sich im Bischöflichen Ordinariat um den Erwerb dieses Objektes, da Größe und Lage sich sehr gut für ein Zentrum der Betriebsseelsorge eignen würden. Generalvikar Städtler und Bischof Weber stimmten rasch zu und begannen sofort mit den Vorbereitungen für den Erwerb.
Nach dem Erwerb dieses Hauses wurde mit dem Umbau begonnen.

Die Erfüllung der Zielvorstellungen setzte mehrere Räume voraus, in denen Arbeitskreise selbständig arbeiten konnten. Zugleich brauchte es auch Büroräume für die hauptamtlichen Mitarbeiter. Für größere Veranstaltungen benötigte man einen größeren Raum. Ein funktionierendes Zentrum verlangte nach einem Raum, in dem man bei Getränken und evt. auch Essen gemütlich miteinander reden konnte.

Am 3.3.1977 wurde die Betriebsseelsorge Leoben, die unter dem Namen "Zentrum Erzstraße" geführt wurde, feierlich durch den Diözesanbischof Johann Weber eröffnet.
Im Laufe der nächsten Jahre versuchte Herr Josef Peer, die Pläne in die Wirklichkeit umzusetzen. Es gab eine Reihe von Aktionen: Firmvorbereitungen, Schulabschlußfeiern, Seniorenrunden, KAB-Tagungen, Diskussionen mit den Betriebsräten der verschiedenen Parteien, Maßnahmen zur Bewältigung des Alkoholproblems, Kinderparlament zur Schaffung eines Kinderspielplatzes, u.a.

Vieles von den großen Zielen konnte nicht realisiert werden, manches scheiterte an den gegensätzlichen Vorstellungen von Betriebsrat und dem Sekretär des Zentrums Josef Peer.
Auf Grund zu großer Schwierigkeiten gab Josef Peer Anfang 1980 seine Tätigkeit auf.

3.2.4. Schwierigkeiten und Ende

Kaplan Feischl konnte nicht voll in die Betriebsseelsorge einsteigen, da er bereits 1979 zum Diözesanseelsorger der Kath. Arbeiterjugend (KAJ) in der Steiermark ernannt worden war.
Auf Anraten und Bitten von Kaplan Feischl wurde der ehemalige Sekretär der KAJ Günter Grill zum Nachfolger von Josef Peer bestellt. Grill war drei Jahre lang Sekretär der Betriebsseelsorge. Nach Grill hat sich kein Sekräter mehr gefunden. Im Herbst 1981 wurde Kaplan Feischl zum Provisor und ein Jahr darauf zum Pfarrer von Donawitz ernannt und zugleich mit den Aufgaben der Betriebsseelsorge betraut. Da die Kombination Pfarrer und Betriebsseelsorger von der Arbeit her nicht gut möglich ist, verlor die schichtspezifische Betriebsseelsorge immer mehr an Bedeutung. Der größte Teil der Pfarrbevölkerung von Donawitz ist mit dem Werk verbunden und somit sieht Pfarrer Feischl sich ohnehin von der Pfarre aus mit den Aufgaben und Problemen einer Arbeiterseelsorge betraut.

Da somit die vorgesehene Nutzung des Objektes Erzstraße 6 nicht mehr gegeben war, wurde es schließlich von der Diözese an einen Donawitzer Unternehmer verkauft.

3.3. Kleine Schwestern Jesu

Am 19.3.1981 wurde in einem Wohnhaus in der Lorberaustraße eine Arbeiterfraternität des Ordens der Kleinen Schwestern Jesu gegründet. Jeweils 2-4 Kleine Schwestern bereicherten von da an das religiöse und soziale Leben der Pfarrgemeinde und des Ortsteils Donawitz. In ihren schlichten blauen Kleidern gaben sie - zum Teil in der harten Erwerbsarbeit stehend - im Alltag beispielhaft Zeugnis für den Glauben. Sicherlich haben sie einige Donawitzer zu Gott geführt.
Leider wurde diese Station der außerpfarrlichen Glaubensverkündigung am 8.9.1991 wieder aufgelöst. - ein schmerzlicher Verlust für Donawitz.

Floriani - Messe im Werk voestalpine Donawitz:

Mit großem und ehrlichem Engagement wurde erstmals am 24. April 2005 in der Geschichte der Betriebsfeuerwehr der voestalpine Donawitz auf Werksboden zu Ehren des Schutzpatrons der Feuerwehr, dem Hl. Florian, ein Festgottesdienst vorbereitet und gefeiert. Unter großer Anteilnahme der hiesigen Bevölkerung und im Beisein zahlreicher Persönlichkeiten - unter den Mitfeiernden befanden sich unter anderen Landeshauptmann Waltraud Klasnic, Vorsitzender des Vorstandes Dipl. Ing. Josef Mülner und Vorstanddirektors Willibald Mautner, Bürgermeister Dr. Matthias Konrad, BRV Josef Gritz und Nationalratsabgeordneter Karl Dobnik - zelebrierte Pfarrer und Dechant Hans Feischl den Festgottesdienst in der Halle der ehemaligen Transportabteilung, die für diesen Anlass künstlerisch von den Schülern der Europahauptschule gestaltet wurde.

Nach dem festlichen Einzug mit den Abordnungen der Volkstanzgruppe, des Kamaradschaftsbundes, der Ehrenwache der Hochöfner und den Abordnungen der Feuerwehren richtete Dechant Feischl seinen ersten Blick nach Rom, wo zur selben Stunde die Inthronisierung des neuen deutschen Papstes stattfand. In Erinnerung, dass Christen sich bei jeder Messfeier um den Altar versammeln, Sinnbild für Christus selbst, möchte nur darauf hingewiesen werden, dass Oberbrandrat Werner Schmidt dafür nicht irgendeinen Tisch hinstellte, sondern den neuen Volksaltar der Pfarrkirche Donawitz nachbildete.

In seiner Predigt erinnerte Dechant Feischl an das "geistliche Einüben des Glaubens." Im Vergleich mit den Feuerwehrmännern, die wöchentlich zusammenkommen, um den Ernstfall eines Einsatzes zu proben, damit, wenn es sein muss, jeder Handgriff sitzt, so müssen und sollen sich auch die Christen in ihrem Glauben einüben und ihre Sache ernst nehmen. So wie der Feuerwehrmann konkret hilft, so soll auch der Christ sein Christsein im Alltag konkret werden lassen, denn "es nützt nichts, wenn einer sagt, dass er glaube, wenn er nicht die Werke vorweist."
Am Ende der Festmesse, die vorbildhaft und mit Bravour vom Werkschor und Werkskapelle mitgestaltet wurde, überreichte OBR Schmidt das Ernennungsdekret zum Feuerwehrkurat an Dechant Feischl und eine aus Linzer - Stahl gegossenen Statue des Hl. Florian.

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